Der Schwerbehindertenausweis – Nachteilsausgleiche im öffentlichen Nah- und Fernverkehr

Wir starten heute die Ergänzungsbeiträge zum Beitrag „Der Schwerbehindertenausweis“. Das Reisen mit Nah- und Fernverkehrsfahrzeugen ist mit vielen Irrtümern und Fehlinterpretationen verknüpft. Lasst uns damit doch endlich aufräumen.

 

Reisen mit dem öffentlichen Nahverkehr:

Das Reisen im öffentlichen Nahverkehr bringt für eingeschränkte Menschen, die keinen Autoführerschein machen wollen, können oder dürfen, einiges an Freiheit und Mobilität. Um als mobilitätseingeschränkte Person den öffentlichen Nahverkehr als Nachteilsausgleich ohne ein reguläres Ticket nutzen zu können benötigt man zwingend eine sogenannte Wertmarke. Der reine Schwerbehindertenausweis ist in keinster Weise als Ticket zu sehen.

Was ist die Wertmarke und wie bekomme ich sie?

20190320_105412Die Wertmarke, auch „Beiblatt zum Schwerbehindertenausweis“ genannt ist ein zusätzliches Dokument, welches gesondert beantragt werden muss. Schwerbehinderte mit den Merkzeichen „G“; „aG“; „H“; „Bl“ und „Gl“ haben die Berechtigung, einen Antrag auf eine Wertmarke zu stellen.

Für Schwerbehinderte mit den Merkzeichen „G“; „aG“ und „Gl“ kostet eine Wertmarke, die für ein Jahr gültig ist, 80 €.

Durch die Merkzeichen „H“ oder „Bl“, sowie als Empfänger von Grundsicherung oder Leistungen zu Jugendhilfe gibt es die Wertmarke gratis. Auch als schwer kriegsgeschädigter kann man die Wertmarke „for Free“ bekommen.

Die Wertmarke gilt auch für Regionalverkehrszüge der Deutschen Bahn.

 

Merkzeichen „B“, Mitnahme einer Begleitperson

Prangt auf der Vorderseite des Schwerbehindertenausweises ein großes „B“, so ist die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nachgewiesen. Die Begleitperson fährt in diesem Fall also gratis mit dem mobilitätseingeschränkten Menschen, in Nah- und Fernverkehrszügen.

 

Reisen im Fernverkehr

Wie gerade schon erwähnt gilt im Fernverkehr für die Mitnahme einer Begleitperson dieselbe Regelung, wie im Nahverkehr.

Die Beförderung des mobilitätseingeschränkten Menschen muss jedoch zum Normaltarif geschehen. Hier gilt die Wertmarke nicht. Als Alternative bietet die Deutsche Bahn die Möglichkeit, eine Ermäßigung beim Erwerb einer BahnCard 25 oder 50.

Außerdem ist zu beachten, dass die Fernverkehrszüge Deutschen Bahn aktuell nicht ebenerdig befahrbar sind. Möchte man also als Rollstuhlfahrer einen Fernzug nutzen, so sollte man bei der Mobilitätszentrale rechtzeitig die Fahrt anmelden. So kann man beim Einsteigen einen Hublift nutzen. Diese Leistung verursacht keine zusätzlichen Kosten.

 

Recherchegrundlagen:
https://www.myhandicap.de/recht-behinderung/schwerbehindertenausweis/merkzeichen/freifahrt/ (Abgerufen am 20.3.2019)

3 Kommentare zu „Der Schwerbehindertenausweis – Nachteilsausgleiche im öffentlichen Nah- und Fernverkehr

  1. Begleitung heißt auch dass ich beides darf also auch den Behinderten beglelthundbzw asistentshund
    Mfg John

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    1. Vielen Dank für die gute Ergänzung

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