5. Mai 2020 – Rückblick auf einen Protesttag der anderen Art

Titelbild: Andi Weiland (Gesellschaftsbilder.de)

Jedes Jahr am 5. Mai findet der europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung statt. Gefeiert wird er mit Demonstrationen, Diskussionen und Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Jahr war alles anders. Corona macht es möglich, dass sich die sonst, nicht einmal vor Regen zurückschreckenden Demonstranten in ihren Wohnungen verbunkern und auf das ganze Tamtam verzichten. Nicht ganz UNsichtbar feierten die Aktivisten und Aktivistinnen den Protesttag größtenteils digitalisiert.

Die Hauptveranstaltung auf Maiprotest.de:

Die größte und längste Demonstrationsveranstaltung des Tages wurde Live auf Maiprotest.de und auf YouTube gestreamt. Unterstützt durch Gebärden- und Schriftdolmetscher wurde die Veranstaltung mit höchstmöglicher Barrierefreiheit durchgeführt. Sie bestand aus unzähligen Videos, die vorab durch Abillitywatch und seine Unterstützer gesammelt wurden. Rund 500 Zuschauer verfolgten das Spektakel live.

Die Veranstaltung wurde im Home-Office, live moderiert von den Aktivisten Constantin Grosch und Raul Krauthausen. Im Verlauf des Streams stellten die Moderatoren das neueste Projekt der Sozialhelden vor: Cripship.de. Eine satirische Plattform zum Melden von Barrieren für Menschen mit Behinderung.

Das ganze Video ist bis auf Weiteres auf YouTube abrufbar:

Auch das mediale Interesse an dieser Veranstaltung war groß. Der RBB besuchte mich zu Beginn der Veranstaltung. Ich nutzte die Gelegenheit und wurde sichtbar:

hier klicken

Randgruppenkrawall.de und Proteste in München

In München trotzdem an der Corona Situation. Trotz Risiko für eine Ansteckung traf sich eine kleine Gruppe mit Plakaten zum Demonstrieren. Krasse Auflagen erschwerten die Bedingungen.

Auf der Webseite Randgruppenkrawall.de gibt es Texte und Statements rund um den Protesttag und die Forderungen.

Meinen Text zur Barrierenverschwörung gibt es hier

Vereine in den sozialen Medien:

Interessenverbände und Vereine, die sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen protestierten öffentlichkeitswirksam auf Facebook, Twitter und Instagram. Mit Statements, Videos und Geschichten wurde der 5. Mai gebührend zerspamt.

Rückblickend war es für mich vielleicht sogar eine richtungsweisende Protestveranstaltung, denn Digitalisierung bedeutet auch Teilhabe. Es gibt viele Menschen, die aufgrund ihrer Einschränkungen regulär das Haus nicht verlassen können. Wenn wir in den kommenden Jahren unsere Botschaften wieder auf die Straße tragen können, haben wir jetzt die Techniken kennen gelernt, wie wir unseren Protest digital unterstützen können.

Deshalb, bleibt laut, bleibt sichtbar und bis nächstes Jahr!

1 Kommentar zu „5. Mai 2020 – Rückblick auf einen Protesttag der anderen Art

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