Persönlicher Assistent – Ein außergewöhnlicher Beruf

Foto: Andi Weiland
Quelle: Gesellschaftsbilder.de
[Aus Lesbarkeitsgründen wird in diesem Text auf Gendersternchen verzichtet. Selbstverständlich ist jede Geschlechtsform, vom Markt, über Frau, bis divers und sogar Aliens gemeint.]

Persönliche Assistenz, was ist das?

Die persönliche Assistenz, mancherorts Behindertenassistenz genannt, ermöglicht körperlich und geistig eingeschränkten Personen ein selbstbestimmtes Leben. Der Assistent ersetzt dem Menschen mit Behinderung, die Fähigkeiten, die ihm fehlen, um ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Manche „leihen“ sich die Arme und Beine des Assistenten aus, andere benötigen Unterstützung beim Planen von Aktivitäten und deren Durchführung. Dieser Blogbeitrag stellt das Berufsbild „persönlicher Assistent“ vor und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche Aufgaben hat ein persönlicher Assistent?

Die Aufgaben richten sich nach dem Bedarf des Assistenznehmers (Mensch mit Behinderung). Hier mal einige Beispiele (aufgrund der Vielfältigkeit, für welche ein persönliches Budget gewährt werden kann, ist diese Auflistung bei Weitem nicht vollständig):

  • Behandlungspflege (zum Beispiel Kathetern)
  • Grundpflege (zum Beispiel duschen oder ankleiden)
  • Haushalt (zum Beispiel Reinigung, Ordnung etc.)
  • Freizeit (zum Beispiel Begleitung ins Kino oder zum Konzert)
  • Arbeitsassistenz/Schulassistenz (zum Beispiel vorlesen von langen Texten)
  • Elternassistenz (Hilfestellung, wenn Eltern mit Behinderung Unterstützung bei der Versorgung des Kindes brauchen)

Da jede Behinderung eine sehr individuelle Angelegenheit ist, hat auch jeder Assistenznehmer einen anderen Bedarf. Welche Aufgaben konkret gebraucht werden, erfährt man durch den Assistenzsuchenden.

Ich möchte persönlicher Assistent werden, welche Qualifikationen sind erforderlich?

Das hängt vom Bedarf des Assistenznehmers und von der Anordnung des Kostenträgers ab. Es gibt Teams aus persönlichen Assistenten, welche lediglich aus Quereinsteigern bestehen. Es gibt aber auch Teams, die bestehen ausschließlich aus examinierten Krankenpflegekräften. Welche Qualifikation für den individuellen Fall benötigt wird, steht meistens in der Stellenausschreibung oder wird auf Nachfrage beantwortet.

Grundsätzlich ist aber wichtig, dass man als persönlicher Assistent ein gewisses Maß an Zuverlässigkeit, Umsichtigkeit und Flexibilität mitbringst.

Wer ist mein Arbeitgeber?

Für die persönliche Assistenz gibt es 2 verschiedene Modelle. Wer der Arbeitgeber ist hängt davon ab, welches Modell der Assistenznehmer (Mensch mit Behinderung) gewählt hat.

Das Arbeitgebermodell:

Beim Arbeitgebermodell ist der Assistenznehmer direkt der Arbeitgeber. Er hat eine Betriebsnummer, wie jeder andere Arbeitgeber auch und stellt seine Mitarbeiter direkt als seine Arbeitnehmer an. In diesem Fall hat der Mensch mit Behinderung die größtmögliche Freiheit in Personalentscheidungen, im Vergleich zum Dienstleistermodell (weiter unten vorgestellt). Natürlich muss er sich an geltendes Arbeitsrecht und weitere Vorgaben des Gesetzgebers halten. Die Abrechnungen übernimmt meist ein Lohnbüro oder ein eigens dafür eingestellter Buchhalter.

Das Dienstleistermodell:

Das Dienstleistermodell ist mit den Strukturen eines Pflegedienstes vergleichbar. Der Dienstleister, in diesem Fall ein Assistenzdienst, übernimmt die Pflichten und Aufgaben des Arbeitgebers. Der Assistenzdienst entscheidet auch, zu welchem Klienten der Assistent entsandt wird. Die Dienstzeiten und Aufgabenfelder richten sich auch hier nach dem Bedarf des Assistenznehmers.

Wie werde ich persönlicher Assistent?

Ganz einfach … Bewerben! Persönliche Assistenten werden in ganz Deutschland dringend gesucht. Es gibt spezielle Plattformen wie www.Assistenz.org, auf welchen fast täglich aktuelle Stellenausschreibungen eingestellt werden. Hier kann man auch als Assistenzgeber (Mensch ohne Behinderung) ein Stellengesuch aufgeben.

Außerdem gibt es in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook, unzählige Gruppen, in welchen Assistenzgeber und Assistenznehmers sich suchen und finden können. Einfach das Stichwort „Assistenzbörse“ in die Suche eingeben und beitreten.

Ausschreibungen für die persönliche Assistenz auch immer auf den gängigen Portalen für Kleinanzeigen zu finden.

Wenn man nicht im Arbeitgebermodell angestellt werden möchte, so kann man sich auch an die gängigen Dienstleister (Assistenzdienste) wenden. Auch hier werden neue Interessenten immer gerne gesehen. Meistens sind entsprechende Stellenausschreibungen auch auf deren Webseiten zu finden.

Hintergründe:

Damit ein Mensch mit Behinderung persönliche Assistenz in Anspruch nehmen kann, kann er, sofern er die Assistenz nicht aus privaten Mitteln finanzieren kann, ein sogenanntes persönliches Budget beantragen. Dadurch ist er dann in der Lage sich seine benötigte Hilfe selbst einzukaufen.

Das sagen persönliche Assistenten

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