Wie barrierefrei ist – Die Reichstagskuppel

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte, werbeähnliche Inhalte zu Informationszwecken]

Die Kuppel auf dem Reichstagsgebäude ist eines der bekanntesten Wahrzeichen unserer Hauptstadt. Mit einer Aussichtshöhe von rund 40 m ist sie längst nicht so hoch wie der Fernsehturm am Alexanderplatz, ist dafür aber auch mit Rollstuhl und Gehbehinderung nutzbar.

Über die Kuppel:

Wenn man sich das Gebäude einmal anschaut, könnte der Trugschluss entstehen, dass die Kuppel allein zur Dekoration und zur Machtdemonstration gebaut worden wäre. Grundsätzlich ist das falsch. Sie entstand, um den darunterliegenden Plenarsaal adäquat belichten und entlüften zu können. Im Inneren der Kuppel befindet sich ein Trichter, dieser ist komplett aus Spiegeln gebaut. Diese dienen zur Belichtung des Saals, denn sie wurden in einem Winkel angebaut, in welchem die Sonnenstrahlen auf sie treffen und dann umgelenkt und in Richtung Plenarsaal geschickt werden. Das Innere des Trichters dient zur Entlüftung des Plenarsaals. Die Kuppel ist oben offen und somit wird die Abluft nicht in die Kuppel, sondern direkt nach draußen in die Natur geblasen. Andersherum wird natürlich dann die frische Luft von draußen durch eine Pumpe in den Plenarsaal geblasen. Wer Politik machen möchte, der braucht frischen Sauerstoff.

Meine Einschätzung der Barrierefreiheit:

Allgemeine Barrierefreiheit:

Für mich als Rollstuhlfahrer gab es wirklich keine großen Probleme. Ich kam stufenfrei ins Gebäude, stufenfrei auf die Aussichtsplattform und über Rampen auf die höchste Aussichtsplattform innerhalb der Kuppel. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Das einzige, das mir leider negativ auffallen musste, ist, dass ich auf der ersten Aussichtsplattform, welche das Dach des Gebäudes ist, leider die Berliner Dächer nicht sehen kann, denn die Brüstung ist so hoch, dass ich die Stange direkt vor meinen Augen habe. Schade, für alle die nicht aufstehen können. Auf der Kuppel gibt es dann keine Probleme mehr mit der Aussicht, sie ist rundherum aus Glas gebaut und das trifft auch auf die Brüstung zu. Somit ist diese durchsichtig und kein Hindernis mehr, mal abgesehen von der Eisenstange obendrauf.

Für Fakteninteressierte gibt es auch Audio Guides. Menschen mit Einschränkungen des Hörvermögens empfehle ich, wenn notwendig eigene Adaptionen mitzunehmen, die Kopfhörer, welche standardmäßig gegeben werden lassen sich austauschen. Ist doch angenehmer, wenn jeder hören kann, wie es für ihn ideal ist.

Ein Blindenleitsystem habe ich leider vermisst. Auch an den, in der Mitte ausgestellten Informationsmaterialien konnte ich keine Blindenschrift entdecken. Das ist schade. Somit empfehle ich bei einer starken Seheinschränkung die Mitnahme einer Begleitperson, damit die Aussicht und die Exponate etc. anschaulich beschrieben werden können. Auf der Webseite des Bundestags gibt es unter „Hinweise für Menschen mit Behinderungen“ die Angabe, dass Blindenschrift und ein Tastmodell des Gebäudes zur Verfügung stünden. Ich persönlich habe es nicht gesehen, vielleicht habe ich es auch übersehen. Außerdem werden spezielle Führungen für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen angeboten.

Erreichbarkeit:

Das Reichstagsgebäude liegt quasi im Herzen Berlins. Die Buslinie 100 hält direkt am Gebäude. Ich persönlich empfehle jedoch bei dieser Linie immer zu beachten, dass sie sehr störanfällig ist. Sie fährt an fast jedem, wichtigen touristischen Knotenpunkt in Berlin vorbei und steht sehr häufig im Stau. Grundsätzlich lässt sich auch vom S-Bahnhof Brandenburger Tor ganz gemütlich zu Fuß gehen. Der Weg beträgt ca. 10 Minuten bei normaler Ganggeschwindigkeit. Der öffentliche Nahverkehr ist in Berlin für meinen Geschmack sehr barrierefrei, mal abgesehen von den Linienschiffen auf der Spree kann ich im Elektrorollstuhl jedes Verkehrsmittel benutzen.

Beschaffenheit der Toiletten:

Die barrierefreie Toilette befindet sich direkt am Eingang, welcher für die Touristen, welche die Kuppel ansehen wollen, zugewiesen wurde. Im Vergleich zu dem sonst, sehr modernen Antlitz des Gebäudes wirkt diese Toilette leider wie aus einer anderen Zeit. Die Sauberkeit ist für meinen Geschmack mittelmäßig, ich habe zum Glück immer Desinfektionsspray dabei. Grundsätzlich ist sie aber sehr geräumig, hat zwei Griffe zum Festhalten und eine automatische Spülung.

Funfaktor:

Die Aussicht von der oberen Plattform ist wirklich atemberaubend. Gerade am frühen Abend, kurz vor und während dem Sonnenuntergang kann ich das nur empfehlen. Es ist ein Event für zwischendurch, im Gegensatz zu manchen Ausstellungen verändert sich jedoch auf Dauer nichts. Somit muss ich auch so schnell nicht wieder hin. Ich liebe die Abwechslung. Die Kuppel auf dem Reichstag ist auf jeden Fall eine echte Alternative zum für Rollstuhlfahrer untersagten Fernsehturm am Alexanderplatz. Die Aussicht über Berlin reicht wirklich sehr weit bei schönem Wetter.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Besuch auf der Kuppel des Reichstags für Menschen mit Handikap sehr zu empfehlen ist. Die Bewältigung der Rampe mag für den ein oder anderen eine Herausforderung sein, für Menschen die schnell beim manuellen Antreiben des Rollstuhls ermüden empfehle ich die Mitnahme eines elektrischen Unterstützungsgeräts oder einer Begleitperson. Die kleinen Plattformen auf der Rampe reichen zum Verweilen kaum.

Hier mal noch eine kleine Bildersammlung:

Zum Weiterlesen:

https://www.bundestag.de/besuche/zugang-barrierefrei-inhalt-251122 (abgerufen am 27. 10. 2019)

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