„Krankenhäuser schließen – Leben retten“ – Ein Kommentar

Die medizinische Versorgung ist immer wieder Streitthema. Gerade wenn jemand von einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung betroffen ist, müssen Behandlungen unter Berücksichtigung bestimmter Besonderheiten durchgeführt werden. Ich persönlich vertraue in diesem Fall immer auf spezialisierte Zentren. Dafür fahre ich gerne auch mal etwas weiter. Ich kann aber auch verstehen, wenn jemand lieber schnell und heimatnah versorgt werden möchte. Können jedoch die kleinen Kliniken auf dem Land die Versorgung genauso gut gewährleisten wie ein spezialisiertes Zentrum? Genau mit diesem Thema befasste sich am 15.7.2019 eine Reportage im Ersten deutschen Fernsehen.

Was genau ist geplant?

Laut ARD gibt es in Deutschland ca. 650 Krankenhäuser. Davon bieten viele dieselben Behandlungen an. Es entsteht nicht nur eine Doppelung, sondern auch der Umstand, dass jede einzelne Klinik weniger OPs einer bestimmten Art durchführt und somit nicht über einen umfangreichen Erfahrungsschatz verfügt. Immer mehr dieser kleinen „Landkliniken“ machen dicht. Es fehlt an Personal, finanziellen Mitteln und qualitativer Versorgung. Die Sterblichkeitsrate in diesen Kliniken sei erheblich höher als in spezialisierten Zentren. Der Gedanke dahinter ist, dass das Personal der geschlossenen Kliniken dann den Zentren zur Verfügung steht und diese somit die Versorgung noch besser gewährleisten können. Es lässt sich also zusammenfassen, es ist ein Wandel von Quantität zu Qualität gefordert.

Kliniksuche als Roulettespiel:

Für uns Menschen mit einer dauerhaften oder chronischen Erkrankung gleicht die Kliniksuche einer Partie Roulette. Es ist wichtig, dass sich Ärzte, Schwestern und Pfleger mit dem Krankheitsbild und dessen Eigenheiten auseinandersetzen und nicht einfach alle Patienten über einen Kamm scheren. Leider ist dies häufig bei kleineren Kliniken der Fall, mit Glück hat vielleicht mal jemand über Umwege vom beständigen Krankheitsbild gelesen oder gehört, das ist aber auch schon das meiste. Häufig haben diese kleinen Kliniken nicht die notwendigen Einrichtungsmöglichkeiten und Kapazitäten, um mit einer dauerhaften Erkrankung adäquat behandelt zu werden. Es fehlt die Erfahrung.

Kontraindikationen:

Kritiker bemängeln, dass gerade auf dem Land die Wartezeit auf einen Rettungswagen, sowie die Transportzeit in eine weiter entfernte Klinik sich deutlich erhöhen. Es gibt Bedenken, dass Schlaganfallpatienten durch die zusätzliche Fahrzeit wertvolle Zeit verlieren. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.

Positives Beispiel:

In Dänemark wurde ein ähnliches Konzept schon vor einigen Jahren umgesetzt. Auch hier gab es viele Bedenken, diese wurden nie bestätigt. Statistisch gesehen ist die medizinische Versorgung in Dänemark durch den Strukturwandel erheblich besser geworden und die Sterblichkeitsrate bei Schlaganfall und Herzinfarkt ist deutlich gesunken. Durch ein Tag und Nacht funktionierendes Koordinationssystem wird Dänemark und seine Inseln rund um die Uhr qualitativ hochwertig behandelt. Jeder bekommt die bestmögliche Behandlung, die ihm unter Umständen das Leben retten kann.

Dieses Konzept, welches in der Reportage dargestellt wurde, gefällt mir persönlich sehr gut. Ich bin schon immer für einen Rechtsanspruch auf die bestmögliche, medizinische Behandlung. Explizit dieser ist zwar nicht gefordert, trotz alledem verfolgt diese Umstrukturierung dasselbe Ziel. Es ist aber sehr wichtig, dass nicht nur die Bündelung der Ressourcen konsequent durchgeführt wird, sondern auch eine gut durchdachte Notfallkoordination. Ohne diese ist es nicht möglich die optimale Versorgung, auch der ländlichen Gebiete zu gewährleisten.

Hier gehts zur genannten Reportage:

https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuL2E0ZDZjOGNiLTYwYzEtNGQ0MC04ZmVjLThjZWM1NDFhZmFlOA/krankenhaeuser-schliessen-leben-retten

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