Strohhalmverbot – ein Entzug der Selbstbestimmung für behinderter Menschen?

20181025_205208Plastikstrohhalme, Fluch und Segen zugleich. Für viele körperlich, eingeschränkte Menschen sind sie aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Ein Verbot von Plastikstrohhalmen kann für viele einen großen Einschnitt in die Selbstständigkeit bedeuten.

 

Plastikmüll. Eine der wenigen, wirklich konstanten Hinterlassenschaften der Menschheit nach deren Aussterben. Schon jetzt landen pro Jahr geschätzt ca. 10 Tonnen Plastikabfall im Meer. Dieses Problem belastet nicht nur die Tierwelt, sondern das gesamte Ökosystem. Ein großer Teil davon besteht aus Plastikstrohhalmen, Plastikgeschirr, Ohrenstäbchen und ähnlichem. Genau dieses Problem will die EU-Kommission jetzt angehen. Ein Verbot dieser Plastikgegenstände soll durchgesetzt werden.

Grundsätzlich ist diese Idee durchaus begründet, nachvollziehbar und richtig. Trotzdem sind Plastikstrohhalme nicht nur ein Freizeitprodukt. Sie ermöglichen vielen, motorisch eingeschränkten Menschen die Möglichkeit, selbstbestimmt Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Klar kann man jetzt sagen, es gibt doch auch doch auch Strohhalm aus nachhaltigen Materialien wie zum Beispiel Holz oder wiederverwendbares Plastik. Ist auch nicht falsch, trotzdem sind die einmal Plastikstrohhalme so konzipiert, dass man sie knicken kann. Klar, nicht alle, aber die meisten. Einen Strohhalm aus Papier zum Beispiel kann man nicht knicken. Oder zumindest habe ich noch keinen nachhaltigen Strohhalm zum Knicken gesehen.

Es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten, wie wir Plastikmüll im Meer verhindern können. Hier mal nur die 3 wichtigsten:

  • wiederverwendbare Tragetaschen benutzten
  • Plastikmüll adäquat entsorgen
  • loses Obst und Gemüse kaufen, anstatt eingeschweißtes.

Ihr seht, es ist ein führ und Wider. Auch ich denke häufig über die Frage Frage nach Nachhaltigkeit nach. Ich verbrauche so viele medizinische Sachen, alle sind sie aus Plastik gemacht und in Plastik eingepackt. Auch hier denke ich häufig darüber nach, ob es einen Sinn macht, wenn ich die Versorgungsfirmen und/oder die Hersteller mal darauf hinweise. Bisher habe ich mich jedes Mal dagegen entschieden. Gerade meine Sondennahrung ist von einer sehr großen, namhaften, deutschen Herstellerfirma. Hier erwarte ich eigentlich, dass diese großen Firmen auch mal von allein an den Umweltschutz denken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas nicht auch Gesprächsthema in der Produktentwicklung und dem Vertrieb ist. Klar, der Kostenfaktor für nachhaltige Glasflaschen ist deutlich höher. Auch die Entwicklung von biologisch, abbaubaren Verpackungsmaterialien kostet Geld. Doch gerade die großen Firmen sollten meiner Meinung nach Forschung auf diesem Gebiet betreiben, um mit gutem Beispiel voranzugehen.

 

Wie handhabt ihr das mit der Nachhaltigkeit bei euren Pflegeprodukten? Was haltet ihr vom Strohhalmverbot? Und glaubt ihr, das bringt etwas?

Genau darüber möchte ich mit euch diskutieren. Schmeißt doch einfach mal alle Gedanken in die Kommentare. So wie wir Menschen den Plastikmüll ins Meer schmeißen.

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