Leistungsnachweis im persönlichen Budget – Der Bericht

Das persönliche Budget ist eine Leistung für Menschen mit Behinderung, um das Leben so selbstbestimmt wie möglich leben zu können. Die ausgezahlten Gelder sind zweckgebunden, das heißt sie dürfen nur dafür eingesetzt werden, wofür sie gezahlt werden. Um dies zu kontrollieren, fordern die Kostenträger je nach Zielvereinbarung entsprechende Nachweise. Der Bericht ist eine Option, die als Leistungsnachweis gefordert werden kann.

Warum fordern Kostenträger einen Bericht?

Der Bericht ist die freiste Form der Nachweiserbringung, denn es gibt für einen offiziellen Bericht keine Vorgaben, außer sie sind in der entsprechenden Zielvereinbarung durch die Kostenträger formuliert worden. Deshalb kann ein Bericht auch für spezielle und individuelle persönliche Budgets als guter Nachweis eingesetzt werden. Viele Kostenträger setzen diese Form auch ein, wenn die Personalressourcen nicht ausreichen, um Kontoauszüge, Pflegedokumentation und ähnliches auszuwerten. Bei bestimmten Anwendungsbereichen des persönlichen Budgets, wie zum Beispiel Schulbegleitung, ist die Nachweiserbringung durch einen Bericht aufschlussreicher, als durch Kontoauszüge, das heißt, dass durch einen Bericht besser evaluiert werden kann, ob das Ziel der Zielvereinbarung erreicht ist oder ob Optimierungsbedarf besteht.

Wie schreibt man einen Bericht zur Nachweiserbringung?

Bevor man mit dem Schreiben beginnt, ist es wichtig zu wissen, welche Informationen der Kostenträger darin finden möchte. In der Zielvereinbarung zum persönlichen Budget sind Ziele festgelegt, die durch die Inanspruchnahme der Leistung erreicht werden sollen. An diesen kann man sich orientieren, wenn man sich Gedanken darüber macht, welche Informationen in den Nachweisbericht geschrieben werden. Hier eine kleine Auswahl:

  • Sicherstellung der vereinbarten Versorgung/Begleitung
  • Auswirkungen durch die Inanspruchnahme der Leistung auf die Teilhabe
  • Art- und Weise der Versorgung (Assistenz, Hilfsmittel etc.)
  • bei Assistenz: Organisation des Alltags mit Assistenz/durch Assistenz
  • Was muss optimiert werden (zum Beispiel Höhe des gezahlten Betrags)
  • Was läuft gut?

Wie umfangreich ein Bericht über die Versorgungssituation durch das persönliche Budget ist, entscheidet der Autor. In den meisten Fällen schreibt der Betroffene selbst oder dessen gesetzlicher Betreuer den Leistungsnachweis. Auch beauftragte Assistenzdienste oder Beratungsstellen können die Nachweiserbringung übernehmen oder dabei unterstützen.

Anmerkung: Auch wenn du kein gefeierter Autor bist, das Schreiben eines Lageberichts zur Nachweiserbringung erfordert lediglich die Fähigkeit, sich selbst und sein Leben gut reflektieren zu können. Die Formulierungen müssen nicht spannend, professionell oder seriös wirken, Hauptsache der Sachbearbeiter versteht, wie die Situation ist. Bedenke, die meisten Zielvereinbarungen sind auch keine literarischen Meisterwerke.

Wann muss ein Bericht als Nachweis eingereicht werden?

Die Häufigkeit und den Zeitpunkt der Nachweiserbringung bestimmt immer der Kostenträger. Informationen darüber sollten in der Zielvereinbarung getroffen worden sein. Ist dies nicht der Fall, so sollte zwingend eine Rücksprache mit dem Kostenträger, bzw. dem Sachbearbeiter gehalten werden, denn wenn Nachweise nicht rechtzeitig eingereicht werden, so sind die Leistungsträger berechtigt, die Zahlung der Leistung einzustellen.

Zusammenfassend ist der Bericht ein sehr freies Instrument, um Nachweise über die Verwendung der Gelder aus dem persönlichen Budget zu erbringen. Er kommt dann zu tragen, wenn der Kostenträger die Notwendigkeit eines Berichtes zu Nachweiserbringung in der Zielvereinbarung festgelegt hat.

2 Kommentare zu „Leistungsnachweis im persönlichen Budget – Der Bericht

  1. Liebe Laura, hier Irene aus Leipzig. Ich habe manchmal mit den Kostenträgern diskutiert, wieviel die in so einem Bericht wissen wollen. In einem Fall war ich Assistentin, und die wollten, dass ich den bericht schreibe und meine Arbeitgeberin wollte das nicht, weil sie schlechte Erfahrungen mit dem Amt hatte. Ich dachte auch, es ist doch nur wichtig zu sagen: Assistenz hat stattgefunden, und nicht wie sehr irgendwas erfolgreich ist. Muss es denn immer erfolgreich sein? In manchen Fällen ist es einfach Erfolg, wenn man schlichtweg lebt. In dem Fall, wo wir anfingen zu diskutieren, wurde die Leistung gekürzt. Aber das ist auch schon lange her. Ich denke, jetzt könnten wir das noch etwas besser diskutieren. Ich finde es schwierig, so viel von sich gegenüber einem Amt zu offenbaren. Wie ist das für dich? Musst du da manchmal viel diskutieren?

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    1. Grundsätzlich ist es leider in unserer Gesellschaft so, dass immer alles an Erfolg gemessen wird. Das ist leider nicht der Einzelfall. Wobei ist zum Glück in meinem Fall auch schon als Erfolg gewertet wird, wenn ich eben die Ziele in meiner Zielvereinbarung erreiche und das sind alltägliche Dinge wie strukturieren des Tagesablaufs, Lebensführung et cetera. Dementsprechend habe ich es dann nicht so kompliziert. Was ich aber nicht verstehe ist, warum die Assistenz den Bericht schreiben soll und nicht die Assistenznehmerrin. Das käme für mich nur in Betracht, wenn ich als Assistenznehmer nicht in der Lage wäre das zu schreiben… Was ja anscheinend nicht der Fall wäre, aber es ist leider normal, dass im Falle einer Diskussion oder Zuwiderhandlung der Regelung die Sache gekürzt wird. So ist das ja leider mit jeder Sozialleistung.

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