Coronavirus und Assistenz – Von Teamsitzungen im Home-Office und vorsorglichem Quarantäneplan

Tag für Tag breitet sich das neuartige Coronavirus in Deutschland weiter aus.

Tag für Tag steigt das Risiko, dass sich auch Assistenznehmer und Assistenzgeber anstecken.

Tag für Tag verlassen Menschen, die zur Risikogruppe gehören nicht ihre Wohnungen.

So geht es auch mir. Ich befinde mich seit Beginn dieser Woche in freiwilliger Quarantäne. Ich bin nicht infiziert, meine Assistentinnen auch nicht und trotzdem ist die Gefahr groß, mich zu anzustecken, sobald ich mein Schloss verlasse. Bei mir gilt der Grundsatz, das Risiko einer Infektion so niedrig zu halten wie möglich. Ich habe, mal abgesehen von meinen Assistentinnen, alle Veranstaltungen, Moderationsjobs und Kaffeekränzchen abgesagt. Die Reinigung meiner Wohnung wird intensiver und nach einem strikten Plan regelmäßig durchgeführt und der Dienstplan enthält so wenig Schichtwechsel wie möglich aber so viele wie nötig.

Bazillenmutterschiff Assistent oder das verbleibende Restrisiko

Eine vollständige Quarantäne ist in meinem Fall nur möglich, wenn eine Assistentin dauerhaft hierbleibt. In Zeiten, in denen ich mich in freiwilliger Quarantäne befinde, ist diese Maßnahme noch nicht notwendig. Es ist aber wichtig, dass alle Teammitglieder sich bewusst sind, dass sie durch das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und durch den Kontakt mit ihrem persönlichen Umfeld in Pandemiezeiten zum Bazillenmutterschiff mutieren. Deshalb ist es wichtig, dass strenge Hygienevorschriften wie ausgiebiges Händewaschen, regelmäßige Desinfektion und die Nutzung von Einmalhandtüchern eingehalten werden. Trotzdem kann das Risiko, das durch ein- und ausgehende Assistentinnen und Assistenten entsteht, nicht vollständig ausgeräumt werden. Die Ansteckung, gerade mit dem Coronavirus geschieht über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion. Das heißt, dass auch beim Sprechen oder Niesen die Krankheitserreger übertragen werden können. Deshalb lässt sich das Risiko nicht ganz zurückschrauben, wenn man folgende Tipps jedoch einhält, bleibt das Risiko so klein wie möglich:

  • regelmäßig Händewaschen (mit Seife und mindestens 20 Sekunden)
  • keine Gemeinschaftshandtücher nutzen
  • gründliche Reinigung der Wohnung (regelmäßig)
  • regelmäßiges und ausgiebiges Lüften aller Wohnräume
  • Nießen, wenn möglich außerhalb der Reichweite des Assistenznehmers (anderes Zimmer)
  • Husten, wenn möglich außerhalb der Reichweite des Assistenznehmers (anderes Zimmer)

Teammeeting im Home-Office

Viele Assistenznehmer veranstalten regelmäßige Teammeetings. Es ist aktuell ratsam, wenn man diese Teammeetings nicht mit persönlicher Anwesenheit der Assistentinnen und Assistenten durchführt. Es besteht eine große Gefahr, dass eine Person im Team sich infiziert hat und dann alle anderen ansteckt. Diesem Szenario kann man ausweichen, indem man Videokonferenzen abhält oder einen Konferenzanruf mit dem Handy startet.

Das klappt gut, zumindest wenn jeder Teilnehmer einen Internetzugang hat.

Der Plan B

Es ist die Horrorvorstellung von jedem Menschen mit Assistenzbedarf, die Einweisung ins Krankenhaus. Bei Risikopatienten, wie zum Beispiel Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, die mit dem Herz oder der Lunge zu tun haben, wird dieses Vorgehen empfohlen, wenn es zu einer Infektion kommt. Viele entscheiden sich dafür, solange sie symptomfrei sind, sich weiter zu Hause versorgen zu lassen. Auch ich habe mich so entschieden. Für den Fall der Fälle ist es jedoch wichtig, dass ein Plan B besteht. Es ist klar, sobald eine Infektion bei einem Assistenznehmer festgestellt wird, steht er unter Quarantäne. Das heißt, es muss feststehen, wie das Team in diesem Fall weiter die Versorgung sicherstellen kann. In meinem Fall sieht das aus wie folgt:

ich bin mit einer Assistentin, die wir in der Teamsitzung festgelegt haben, in meiner Wohnung in Quarantäne. Sie muss also sofort in den Dienst kommen, sobald bei mir die Quarantäne ausgesprochen wird.

Damit alle anderen Assistentinnen nur wenig oder keinen Verdienstausfall haben, können Sie Urlaub nehmen, Überstunden abbauen oder uns mit lebensnotwendigen Dingen, wie zum Beispiel Essen versorgen.

Leider gibt es für die persönliche Assistenz kein Musterbeispiel für eine funktionierende Quarantänemaßnahme. Jedes Team muss für sich selbst entscheiden, wie es vorgehen möchte. Für mich ist es in diesem Dialog immer wichtig, Wünsche und Sorgen meiner Mitarbeiter entgegenzunehmen und aufzulösen.

1 Kommentar zu „Coronavirus und Assistenz – Von Teamsitzungen im Home-Office und vorsorglichem Quarantäneplan

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