Wer braucht schon Mobilitätstraining … Wir haben Alltag!

Na, hattet ihr gestern auch so einen schönen Tag mit warmen Temperaturen und einer leicht, gewittrigen Stimmung am Nachmittag? Ich/wir auch. Davon möchte ich euch jetzt mal kurz Bericht erstatten, wenn 3 Rollstuhlfahrer mit 2 Begleitungen unterwegs sind, dann kann das doch schon mal in ein minimales Chaos übergehen…

Man stelle sich vor: 3 Rollstuhlfahrer (2x Elektrorollstuhl und 1x manueller Rollstuhl) von Burg Hindistein möchten gemeinsam mit 2 Begleitpersonen einen Ausflug nach Schwetzingen in den Schlosspark machen. Was macht ein Behinderter, bevor er eine Unternehmung macht? Er informiert sich über die örtlich gegebenen Umstände (Barrierefreiheit des Bahnhofs etc.). Wenn alle Punkte der Checkliste für Ausflüge  abgehakt sind kann man frohen Mutes direkt den Ersten, angestrebten Bus verpassen 😦 o. k., dann fährt man halt 20 Minuten später … Verbindungen mit der S-Bahn gibt es ja reichlich. Bis wir in Schwetzingen ankamen lief alles reibungslos. Auch in Schwetzingen bei der Ankunft am Bahnhof war eigentlich alles in Ordnung, bis ich feststellte, dass die Aufzüge (welche online als verfügbar angezeigt wurden) auf allen Gleisen außer Betrieb sind. Was tut man jetzt: man versucht sich im Reisezentrum des Bahnhofs darüber zu informieren, welche Möglichkeiten man jetzt hat um nach dem Park Besuch wieder zurück nach Burg Hindistein zu gelangen. Leider konnte uns die freundliche Mitarbeiterin überhaupt nicht weiterhelfen und somit galt es erst einmal alle Möglichkeiten auszuloten … Die Erste und einzige Möglichkeit bestand darin, die Busse zu benutzen, welche direkt vor dem Bahnhof immer wieder an einem Busbahnhof fahren. Das Problem hierbei: die Busfahrer in kurzen Bussen dürfen lediglich 2 Rollstuhlfahrer transportieren. Wir waren aber 3 Rollstuhlfahrer … Jetzt kann man von Glück reden, dass wir den ersten Bus auf der Hinfahrt nach Schwetzingen verpasst hatten, denn somit eine Mitarbeiterin aus dem Tagdienst noch mitnehmen konnten. Also die einzige Lösung … Auf der Rückfahrt aufteilen und über verschiedene Wege nach Burg Hindistein zu reisen und das Problem ist gelöst 🙂 jetzt kann es losgehen! Auf dem Weg Richtung Park mussten wir jedoch noch einige Zwischenstopps einlegen, einmal an der Apotheke da ich mir noch eine Salbe besorgen musste und ein anderes Mal bei einer Konditorei. Nach insgesamt 2 Stunden Fahrzeit (laut der App der Deutschen Bahn wären wir innerhalb 1 Stunde angekommen) begann der Himmel über uns seine Wolken zusammenzuziehen. Wir kamen gerade noch in den Park und dort in ein Café mit großen Schirmen, bevor über uns der große Wolkenbruch und ein ansehnliches Gewitter hereinbrach. Zum Glück saßen wir unter dem Schirm, nur die Kellner wurden nass ;). Nach einer halben Stunde ungefähr war das Unwetter beendet, die Luft war wunderbar sauber und roch sehr gut. Jetzt konnten wir damit beginnen, den Park unsicher zu machen …

Insgesamt 56 Fotos und 2 Runden Slalom um Bäume und Brunnen später war es dann aufgrund einer erneuten Unwetterwarnung Zeit den Rückweg anzutreten. Jetzt beginnt ein Experiment: um mit dem Bus zurück nach Burg Hindistein zu kommen müssen wir uns aufteilen, ein E Rollstuhl fährt gemeinsam mit einer Begleitung und dem manuellen Rollstuhl und ich (der größte Elektrorollstuhl von uns allen) fahre alleine mit einer Begleitung. So nett wie ich bin 😉 überlasse ich selbstverständlich den anderen beiden den Vortritt und gehe in der Zwischenzeit mit meiner Begleitung noch notwendige Dinge einkaufen … Selbstverständlich habe alles gekauft, aber nicht das, weswegen wir überhaupt in den Laden hinein gegangen sind … Ist das nicht immer so? Als wir nach Beendigung der Shoppingstour aus dem Laden kommen empfängt uns ein sehr starker Wind und sehr dunkle Wolken. Wir beschließen also unsere geplante Fahrtroute zu ändern und den Bus zu nehmen, welcher als nächstes in unsere Richtung fährt. Gesagt getan … Wir haben damit einen Umweg von mindestens 1 Stunde in Kauf genommen, nur um nicht nass zu werden … Würdet ihr das auch tun? Ich denke, es war richtig so, denn erst so kann die richtige Überraschung, die uns noch bevorsteht überhaupt geschehen … Wir sitzen also gemütlich im Bus, plötzlich klingelt mein Handy … Müssen denn Anwälte immer genau dann anrufen, wenn man gerade unterwegs ist? … Ich dachte mir: egal! Andere Leute telefonieren auch im Bus. Als wir dann vom Bus in die S-Bahn umsteigen verläuft alles wie es sein soll. Als wir dann aus der S-Bahn aussteigen um den Bus nach Burg Hindistein zu nehmen gibt es die große Überraschung. Der Rest der Truppe setzt aus ominösen Gründen in diesem Bus, obwohl sie eigentlich laut der Zeitrechnung unserer Apps seit genau anderthalb Stunden zu Hause sein sollten. Den Grund für den Busausfall und somit die Verspätung der 3 Anderen sehen wir an der Haltestelle von Burg Hindistein … Da steht doch glatt ein Bus unserer Linie und wird von einem riesigen Abschleppwagen gerade zur Abschleppung vorbereitet … Das war eines der Highlights des gestrigen Tages …

Selbstverständlich habe ich gestern auch mein persönliches Ego mal wieder gestreichelt 😉 anbei die Fotos von meiner privaten Fotosession im Park … Auch Familie Gans und eine weiße Statue wollten unbedingt daran teilhaben 😉

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